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Frieden und Wohlstand für morgen ist nicht mehr zu erreichen, wenn wir in Deutschland nicht entschiedener umsteuern und unsere ganze Kraft für mehr Nachhaltigkeit einsetzen – in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates

Marlehn Thieme

Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist die einzige Option für verantwortliches globales Handeln, die unsere Ökosysteme schützt und damit das Überleben künftiger Generationen sichert.

Olaf Tschimpke, Stellvertretender Vorsitzender des Rates

Olaf Tschimpke

Die Messung von Nachhaltigkeit und die Identifikation von Wirkungszusammenhängen sind wesentliche Erfolgsfaktoren, um das Thema in Unternehmen und auf Kapitalmärkten zu etablieren.

Prof. Dr. Alexander Bassen, Mitglied des Rates

Prof. Dr. Alexander Bassen

Die Fehler der Vergangenheit vermeiden heißt, dem Fortschritt eine Richtung geben: das Leitbild Nachhaltige Entwicklung taugt als Kompass für technische wie soziale Innovationen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene.

Ulla Burchardt, Mitglied des Rates

Ulla Burchardt

Mit den globalen Nachhaltigkeits- und Klimaschutzzielen sind die langfristigen Meilensteine gesetzt. Jetzt müssen wir ehrlich diskutieren, was Staat, Wirtschaft und Bürger leisten können und müssen, um diese umzusetzen.

Kathrin Menges, Personalvorstand und Vorsitzende des Sustainability Council von Henkel

Kathrin Menges

Deutschland hat mit Milliarden-Investitionen grünen Strom günstig und damit global wettbewerbsfähig gemacht. Auf der zweiten Stufe der Energiewende müssen nun Wärme, Mobilität und Strom auf Basis erneuerbarer Energien gekoppelt werden.

Alexander Müller, Mitglied des Rates

Alexander Müller

Die Idee der Nachhaltigkeit ist zentral für eine zukunftsfähige, innovative Wirtschaft und unabdingbar für eine Gesellschaft, die Lebensqualität langfristig sichern will. Deshalb gilt es, die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – zusammen zu denken.

Katherina Reiche, Mitglied des Rates

Katherina Reiche

Die nachhaltige Wahl muss zur einfachen Wahl werden.

Prof. Dr. Lucia A. Reisch, Mitglied des Rates

Prof. Dr. Lucia A. Reisch

Nachhaltige Entwicklung erfordert größtmögliche Gemeinsamkeiten ebenso wie die Akzeptanz von Unterschieden.

Dr. Werner Schnappauf, Mitglied des Rates

Dr. Werner Schnappauf

Nachhaltige Entwicklung erfordert heute eine Agenda, die globale und nationale Ziele und Politiken explizit miteinander verschränkt und der globalen Kooperation einen deutlichen Schub gibt.

Dr. Imme Scholz, Mitglied des Rates

Dr. Imme Scholz

In der Forstwirtschaft haben wir vor Jahrhunderten gelernt, wie wichtig der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen ist. Erfahrungswissen, Aufgeschlossenheit für Neues und Demut vor der Natur können auch anderen Branchen helfen.

Prof. Dr. Ulrich Schraml, Mitglied des Rates

Prof. Dr. Ulrich Schraml

Die Städte werden künftig noch stärker Zentren technischer und gesellschaftlicher Innovationen, aber auch von sozialen und ökologischen Herausforderungen sein. Umso wichtiger sind die Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung unserer Städte.

Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Mitglied des Rates

Prof. Dr. Wolfgang Schuster

Die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen verpflichten alle Länder zu neuem Denken und Handeln. Grenzen und Möglichkeiten der Globalisierung bemessen sich an ihnen.

Achim Steiner, Mitglied des Rates

Achim Steiner

Wir brauchen mutige politische Entscheidungen, die weniger Wachstum und mehr Nachhaltigkeit belohnen, die Gemeinwohl statt Gewinnstreben fördern.

Prof. Dr. Hubert Weiger, Mitglied des Rates

Prof. Dr. Hubert Weiger

Die Nachhaltigkeitsentwicklungsziele der UN stellen die Vision einer grundlegenden sozial-ökologischen Transformation dar. Sie sind keine entwicklungspolitische oder umweltpolitische Fachaufgabe, sondern binden alle Kabinettsmitglieder.

Heidemarie Wieczorek-Zeul, Mitglied des Rates

Heidemarie Wieczorek-Zeul
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Inhalt

Arbeitsprogramm des Nachhaltigkeitsrates 2017 bis 2019 gemäß GO § 1 (3)

Berlin, 7. Februar 2017
 

Politischer Rahmen

Die Agenda 2030 mit ihren Sustainable Development Goals und die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016 setzen den zentralen Rahmen für die Arbeit des Nachhaltigkeitsrates. Sie sind auch eine wichtige und vom RNE eingeforderte Referenz für viele nicht-staatliche Aktivitäten. Zu Entwürfen der Strategie und zu Fortschreibungen wird der Nachhaltigkeitsrat weiterhin regelmäßig eingehende Stellungnahmen abgeben und Projekte vorschlagen. In die Mandatsperiode fallen insofern wichtige Impulse:

  • International
    • Das UN High Level Political Forum wird 2019 auf Ebene der Regierungschefs tagen und eine politische Bilanz der SDGs ziehen. In Vorbereitung wird es Regierungsberichte weiterer Staaten geben (Deutschland hat 2016 berichtet und will dies 2021 wiederholen). Die ersten nationalen und thematischen Peer Reviews werden vorliegen. Im Rahmen der Vereinten Nationen finden jährliche Überprüfungskonferenzen zur Entwicklungsfinanzierung („Financing for Development“ als Mittel zur Umsetzung der Ziele) statt.
       
    • Zur Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer Ziele werden wirkungsvolle Multistakeholder-Formate, Partnerschaften und die Beiträge der Wissenschaft  wichtiger werden. Multilaterale Lernorte wie etwa das Programm der Bundesregierung „Partners for Review“ sowie das UN Sustainable Development Transition Forum, SDTF, und die SDG Action Campaign werden an Relevanz gewinnen.
       
    • Der Nachhaltigkeitsrat baut auf den Erfolg und der positiven Resonanz des Open SDGclub.Berlin auf. Er will dazu beitragen, dass die Rolle und Aufgabe von Nachhaltigkeitsräten und vergleichbaren Akteuren mehr Wirkung hat und ausgebaut wird. Im Rahmen seiner Kapazität ist der Nachhaltigkeitsrat offen für die Kooperation mit vergleichbaren Einrichtungen im Ausland.
       
    • Die deutsche Präsidentschaft der G20 bringt eine Vielzahl von Veranstaltungen und Arbeitsprozessen. Der Nachhaltigkeitsrat muss entscheiden, ob und wie er sich in diese einbringt. Formell ist er weder auf Regierungsseite, noch auf Seiten der Zivilgesellschaft in diese Prozesse eingebunden. Wichtige G20-Prozesse thematisieren die Agenda 2030 sowie „Green Finance“. Der Afrika-Gipfel der G20 und die längerfristige Bedeutung der Zusammenarbeit mit Afrika sind besonders wichtig.
  • Europa
    • Die Kommissions-Mitteilung vom 22. November 2016 zur Nachhaltigkeitspolitik im Rahmen der Agenda 2030 bekräftigt die Bereitschaft der Kommission, die Europäische Nachhaltigkeitspolitik aktiv mitzugestalten. Für den RNE von besonderem Interesse ist die Ankündigung eines Europäischen Forums für Nachhaltige Entwicklung und der Schaffung eines Europäischen Nachhaltigkeitspreises.
       
    • 2017 ff. beginnen die Überprüfung und Neu-Verhandlungen der Finanzplanung der EU nach 2020. Die Gemeinsame Agrarpolitik, die Stärkung der sozialen Dimension der EU durch eine soziale Mindestsicherung und die stärkere Beachtung regionaler Märkte in der Wirtschaftsförderung sind wichtige Themen vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung der Eurozone zu einer Wirtschafts- und Währungsunion sowie des nächsten Finanzrahmens für die Europäische Union. Auf europapolitische Möglichkeiten zur Kreislaufwirtschaft und zur Erhaltung eines ambitionierten Ökolandbaus wird der RNE besonderes Augenmerk legen.
       
    • Im März 2017 jährt sich der Abschluss der Römischen Verträge zum sechzigsten Mal, gleichzeitig wird erwartet, dass die britische Regierung die Brexit-Verhandlungen auslöst. Der RNE wirbt weiter für die Wiedereinführung einer ambitionierten EU-Nachhaltigkeitsstrategie.
  • National
    • Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016 bildet den Rahmen für die Nachhaltigkeitspolitik in Deutschland. Der Rat hat ihre Entstehung und Umsetzung kontinuierlich begleitet und wird regelmäßig Stellungnahmen abgeben. Die Implementierung der Nachhaltigkeitsstrategie wird der Rat intensiv begleiten. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie formuliert auch diverse Aufträge an den RNE.
       
    • Die Regierungsbildung nach der Bundestagswahl 2017 bildet einen Fokus für die Ratsarbeit.
       
    • Nachhaltigkeitsstrategien im föderalen Verbund sowie von Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Einrichtungen der Zivilgesellschaft sind ein wichtiger Bezugspunkt für die Arbeit des Rates.
       
    • Die Tätigkeit der vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien wird der RNE konstruktiv begleiten.
       
    • Der RNE wird sich für den wirkungsvollen Dialog zwischen Politik und Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft einsetzen.
       
    • Der RNE will die Nachhaltigkeitskultur wirkungsvoll fördern.
       
    • Ein „softes“ Datum, das für den RNE interessant ist, ist der dreißigste Jahrestag der Herausgabe des Brundtland-Berichtes, mithin die Entstehung der modernen Definition der Nachhaltigkeit.
       

Prioritäre Beratungsleistungen

Prioritär sind die Aufgaben des RNE im Zusammenhang mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Um die folgenden Beratungsleistungen bittet die Bundesregierung im Rahmen der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie:

  • Stellungnahme zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (erstes Quartal) und Mitwirkung an deren Weiterentwicklung unmittelbar nach Beschlussfassung (2018).
     
  • Schriftliche Vorbereitung des Treffens Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung (StA) / RNE / PBnE in der ersten Jahreshälfte.
     
  • Prüfung der Managementregeln bis Oktober 2017 (unter Einschluss der mit den Regeln impliziten Governance und mit fachöffentlichem Diskurs und Einbeziehung Jugend).
     
  • Durchführung eines internationalen Peer Reviews mit Beginn in 2018.
     
  • Empfehlung zu Indikatoren, die von der Nachhaltigkeitsstrategie mit Prüfvermerk zur Weiterentwicklung gekennzeichnet sind und zu weiteren Indikator-Fehlstellen in 2018.
     
  • Vor- und Nachbereitung der Sitzungen des StA im Zusammenhang mit einem vom Bundeskanzleramt einzurichtenden Verbände-Gesprächskreises ab 2018; hierzu (wie bisher) Empfehlung von Themen zur Befassung im StA für den Zeitraum 2018 und 2019.
     
  • Systematische Vorbereitung des regelmäßigen Dialogformats der Bundesregierung (Forum Nachhaltigkeit) durch die vorgelagerte Jahreskonferenz.
     

Die Nachhaltigkeitsstrategie enthält implizit weitere Erwartungen an den Rat.

Jährlich wiederkehrende Arbeitsformen des Rates sind neben den vier Sitzungen und der Jahreskonferenz folgende Veranstaltungen, deren Teilnahme fakultativ ist: Politisches (Herbst-) Forum, Symposium und Verleihung des Nachhaltigkeitspreises. Sonderveranstaltungen; für 2018 angekündigt ist die 2. Konferenz des Open SDGclub.Berlin.
 

Arbeitsmodalitäten des Rates

Der RNE macht von allen in der Geschäftsordnung angelegten Modalitäten Gebrauch. Art und Umfang richten sich nach (vor allem zeitlichen) Kapazitäten und Ressourcen.

Instrumente sind insbesondere:

  • Arbeitsgruppen von Ratsmitgliedern und Geschäftsstelle zu Grundsatz-Themen1 und ad hoc Arbeitsgruppen zu spezifischen Arbeitsaufträgen
     
  • Begleitung von Arbeiten der Geschäftsstelle durch einzelne Ratsmitglieder („Rapporteure“)
     
  • Veranstaltungen des Rates (Konferenzen, Workshops)
     
  • Stellungnahmen und Empfehlungen des Rates, Gutachten im Auftrag des Rates, Vorträge und sonstige Veröffentlichungen des Rates (siehe die Auflistung auf der Webseite)
     
  • Büro des Nachhaltigkeitskodex in der Geschäftsstelle des RNE
     
  • RENN-Leitstelle
     
  • Projekte wie insb. die #tatenfuermorgen, Aktionswoche Nachhaltigkeit und Europäische Nachhaltigkeitswoche, Oberbürgermeister-Dialog „Nachhaltige Stadt“
     
  • Dialogverfahren mit gesellschaftlichen Akteuren (z.B. Chemie³)
     
  • Begleitung von Nachhaltigkeitsinitiativen von Bundesressorts (derzeit: BMBF, BMZ, BMUB)
     
  • Teilnahme an europäischen und internationalen Netzwerken von Nachhaltigkeitsräten und vergleichbaren Institutionen2.
     

Die Ratsmitglieder werden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle unterstützt. Die Geschäftsstelle setzt das Arbeitsprogramm um. Die Geschäftsstelle geht aktiv auf die Ratsmitglieder zu und bezieht diese ein, soweit gewünscht und möglich.
 

Strukturelle Stärkung des Nachhaltigkeitsgedankens

Der RNE setzt sich für die auch rechtspolitische Stärkung des Nachhaltigkeitsgedankens ein. Der Nachhaltigkeitsrat empfiehlt dafür die Aufnahme des Nachhaltigkeitsprinzips in das Grundgesetz. Diese politische Aufwertung der Nachhaltigkeit ist erforderlich, um die Implementationsdefizite anzugehen.

Der Nachhaltigkeitsrat strebt eine dauerhafte und rechtlich verbindliche Form an, die das Mandat und die Arbeitsaufträge unterstreichen würde und die Kontinuität des Nachhaltigkeitsgedankens besser hervorheben würde. Die Berufung der Ratsmitglieder durch die Bundesregierung und das Mandat des Rates wären unbenommen.

Die Interdependenzen zwischen Nachhaltigkeitszielen kommen auf allen Ebenen und in allen Bezügen vor. Teils kommt es auch zu Konflikten zwischen legitimen Zielen. Politische Zielkonflikte müssen transparenter werden. Der Dialog zwischen den verantwortlichen Akteuren aller Bereiche und Ebenen muss verbessert und intensiviert werden. Der Diskurs muss demokratisch verfasst sein, auf Fakten aufbauen und sich an langfristigen quantifizierten Zielen glaubwürdig orientieren. Positiv auf die Emotionen einwirkende Sprachbilder und „bauchfähige“ Zukunftsvisionen sind ebenfalls notwendig. Der RNE wird sich stärker darum bemühen, den Deutungsrahmen für Nachhaltigkeit so zu formulieren, dass er breit in der Gesellschaft verstanden wird und nicht etwa nur eingeweihten Experten zugänglich bleibt. Wichtig ist dabei der Hinweis auf die absoluten Belastungsgrenzen, die sich aus der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen in globaler Perspektive ergeben, und ein Leben in Würde für alle. Beide Aspekte gehören zusammen.

Der RNE wird sich mit Optionen für eine verbesserte Institutionalisierung der Nachhaltigkeitspolitik in Politik und Zivilgesellschaft beschäftigen. Das Einfordern von Verantwortung Dritter muss mit der freiwilligen Übernahme von Eigenverantwortung stärker gekoppelt werden, um gemeinsame Ziele der Daseinsvorsorge zu erreichen. Zugleich sind Wege und Optionen zu einer stärkeren Verbindlichkeit der Ziele zur nachhaltigen Entwicklung zu bearbeiten.

Der Rat will mit seiner Expertise und seinen praktischen Erfahrungen daran mitwirken, die Nachhaltigkeitspolitik auch in die bi- und multilateralen Beziehungen der Bundesregierung einzubringen. Instrumente zur Berichterstattung (der Staaten) und Peer Reviews unter Beteiligung von Stakeholdern spielen in Zukunft eine stärkere Rolle als in der Vergangenheit. Dieser Umstand erfordert neue Verfahren und Prozesse, in die der Nachhaltigkeitsrat seine Erfahrungen aus zwei Peer Reviews und aus der erfolgreichen Initiierung des Open SDGclub.Berlin einbringen kann.

Die nationale Umsetzung der SDGs steht generell und weltweit vor der Herausforderung, die SDGs in die politische Kultur und den Arbeitsmodus der nationalen Institutionen einzubringen. Soweit dies für den Nachhaltigkeitsrat möglich ist, wird er sich am gegenseitigen Lernen im internationalen Kontext beteiligen.

Der Rat will die Umsetzung der SDGs in der Wirtschaft (privater Sektor, Unternehmen von Bund, Länder und Kommunen, Sozialunternehmen) entlang von Lieferketten, in Branchenforen oder regionalen Clustern und insbesondere im Kontakt mit Stakeholdern voranbringen.

Die Instrumente der Agenda 2030 zu Indikatoren, Monitoring und Berichterstattung (Reporting) sollen stärker zum Miteinanderlernen genutzt werden. Der Rat will dies mit dem Instrument des Peer Reviews unterstützen. Peers in diesem Sinne müssen aus der Breite der Gesellschaft und insbesondere der Wirtschaft und der lokalen Ebene kommen. Der Nachhaltigkeitsrat befürwortet die kreative Anwendung von Review-Konzepten und stellt seine Erfahrungen aus den beiden Peer Review Verfahren 2009 und 2013 zur Verfügung.

Der Rat wird den Open SDGclub.Berlin kontinuierlich weiterentwickeln. Die Teilnehmenden des Open SDGclub.Berlin haben vielfältige eigene Aktivitäten in ihren Heimatländern und jeweiligen Kontexten angekündigt. Der Nachhaltigkeitsrat hat eine Einladung für 2018 angekündigt. Der Open SDGclub.Berlin belegt auf herausragende Weise den Wert ambitionierter Dialoge zur nachhaltigen Entwicklung.
 

Politische Schwerpunktthemen

Der Nachhaltigkeitsrat fokussiert seine Arbeit auf Sachthemen von besonderem Interesse. Sie erfordern die Beachtung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte, jeweils mit aktuellem Bezug und in einer auch längerfristigen Perspektive. Im Sinne der SDGs und der 2030 Agenda stellt der Nachhaltigkeitsrat sicher, dass die weltweite und nationale Dimension hergestellt und verbunden wird.

Folgende Themen sind aus Sicht des Rates für das inhaltliche Profil der deutschen Nachhaltigkeitspolitik besonders dringlich (Nennung ohne Rangfolge) und stehen jeweils in Verbindung mit der globalen Agenda 2030 (Reihenfolge impliziert keine Rangfolge):

  • Geschlechtergerechtigkeit, Gerechtigkeit und Ungleichheit zwischen und innerhalb von Ländern
     
  • Internationale Entwicklung in der Agenda 2030, Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit
     
  • Agrar- und Forstpolitik, Bodenschutz und Wasserreinhaltung, Flächenverbrauch, Biodiversität und Natura 2000
     
  • Nachhaltige Stadt, Stadt-Land-Verhältnis
     
  • Nachhaltige Fiskalstrategien („green finance“), nachhaltiges Wirtschaften und Konsumieren, nachhaltige öffentliche Beschaffung, Nachhaltigkeitskodex
     
  • Energiewende und Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft einschließlich Recycling, Produktverantwortung und Design
     
  • Nachhaltigkeitskultur, Lebensstile
     
  • Gesundheit, Gutes Leben bei einer substanziellen Reduktion des Energie- und Ressourcenverbrauchs
     
  • Transformative Governance zur Nachhaltigkeitsstrategie, Transferstrategien von Nachhaltigkeitswissen, Nachhaltigkeit als Prinzip in der Forschungs- und Technologiepolitik
     
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung
     
  • Digitalisierung und Nachhaltigkeit
     

Diesen Themen gilt die Aufmerksamkeit des RNE im Zusammenhang mit den Sustainable Development Goals. In der konkreten Arbeit richtet der RNE das Augenmerk auf die Querbezüge der Themen untereinander und die Verbindung zu den Umsetzungsmitteln (means of implementation) zur nachhaltigen Entwicklung. Somit werden auch die nicht durch die Liste hervorgehobenen Themen wie etwa Gesundheit angesprochen.

Damit sollen sich Schwerpunkte der Arbeit so herauskristallisieren, dass eine Verzettelung vermieden wird und das Prinzip Nachhaltigkeit deutlich wird. Dies betrifft auch die Schaffung einer Kultur der Nachhaltigkeit, der Eigen- und Fremdverantwortung, sowie der Stärkung von nachhaltigkeits-affinen Haltungen und Normen.

Der RNE führt seine Arbeiten zum Nachhaltigkeitskodex, zu den Regionalen Netzstellen, den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit und der Europäischen Nachhaltigkeitswoche, zum Oberbürgermeister-Dialog Nachhaltige Stadt, zum Projekt Nachhaltigkeit (ehem. Werkstatt N), im Dialog mit der Brancheninitiative Chemie3 und weiteren Brancheninitiativen und Wirtschaftsforen zur Nachhaltigkeit fort.

Der Nachhaltigkeitsrat strebt auch weiterhin den Dialog mit wichtigen Akteuren sowie deren Vernetzung und die Überwindung von Silo-Denken an. Bestehende gute Ansätze und Dialogformate sollen vertieft und ausgebaut werden. Neue wie zum Beispiel zur nachhaltigen Beschaffung sollen Unterstützung erhalten.

Die Definition von Nachhaltigkeit entlang des Brundtland-Berichts hat sich bewährt. Entlang der durch die Agenda 2030 aufgestellten Ziele ist sie jeweils zu konkretisieren, weil seit 1987 wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse zu den ökologischen Belastungen hinzugekommen sind und das Wissen um die gesellschaftlichen Nachhaltigkeitsprozesse ebenfalls entscheidend zunimmt. Dazu gehört auch das Wissen um Zielkonflikte in ganzheitlichen Konzepten.
 

Aufgaben der Kommunikation

Die Kommunikation des RNE hat ein qualitativ gutes Niveau erreicht. Deswegen soll die Reichweite der Kommunikation des RNE steigen. Im Fokus der Kommunikation des RNE stehen die Zielgruppen politische Entscheider und deren Mitarbeiter, Mitarbeiter der Bundesministerien, Nachhaltigkeitsexperten in Wissenschaft, Instituten, Verbänden und Unternehmen, sowie Journalisten und Blogger und schließlich interessierte und engagierte Bürger/innen.

Die Webseite des RNE wird laufend modernisiert. Der Newsletter des Nachhaltigkeitsrates bündelt die neuen Meldungen der Webseite und legt den Schwerpunkt auf RNE-eigene Nachrichten. Es gibt einen RNE-Kanal auf Twitter, der von der Medienreferentin und dem Generalsekretär bespielt wird. Im Youtube-Kanal des RNE werden Videos von Veranstaltungen und aus Projekten des Rates zur Verfügung gestellt. Eine Ausweitung auf weitere soziale Medien ist nicht vorgesehen. Angestrebt werden dagegen stärkere Impulse im Rahmen der politischen Bildung.

Bei allen Veranstaltungen verfolgt der Nachhaltigkeitsrat den Grundsatz „walk your talk“ und setzt sich für eine Veranstaltungspraxis ein, die Nachhaltigkeitskriterien gerecht wird.

Der Rat entwickelt seine Jahreskonferenz weiter, um die Verfahren und institutionellen Verantwortlichkeiten zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie weiterführend zu diskutieren.
 

Fußnoten

1  2016 waren das die Arbeitsgruppen SDG und Wirtschaft und Konsum

2  Derzeit sind dies: European Environmental and Sustainable Development Advisory Councils network (EEAC), European Sustainable Development Network (ESDN), UN Sustainable Development Transition Forum (Korea)
 

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